Teaching Phrasal Constructions in German as a Foreign Language Classes

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Abstract

This article explores how phraseme constructions can be systematically integrated into the teaching of German as a foreign language in Albania. Drawing on theoretical insights from phraseology and construction grammar, it argues that phraseme constructions, characterized by semantic stability and lexical variability, hold significant didactic potential. An exploratory study with Albanian students of German studies reveals that learners perceive such constructions as both interesting and challenging, with a particular need for visual support and tailored teaching materials. Based on these findings, three methodological approaches are proposed: corpusbased selection, multimodal visualization, and task-oriented integration. The results suggest that phraseme constructions not only enhance learners’ phraseological competence but also serve as a bridge between language awareness and language production, thereby contributing to innovative and practice-oriented foreign language teaching.

I. EINLEITUNG

Die Rolle phraseologischer Einheiten im Fremdsprachenunterricht ist in den letzten zwei Jahrzehnten verstΓ€rkt in den Fokus der Forschung gerΓΌckt. Wahlrend feste Idiome, Kollokationen und Routineformeln im Rahmen der Phraseodidaktik intensiv behandelt wurden (vgl. Granger & Meunier, 2008; HallsteinsdΓ³ttir, 2011; Burger, 2015), blieben Phrasemkonstruktionen lange Zeit ein marginalisiertes Phenomen. Dabei besitzen sie ein besonderes didaktisches Potenzial: ihre semantische StabilitΓ€t bei gleichzeitiger lexikalischer VariabilitΓ€t erΓΆffnet Lernenden die MΓΆglichkeit, kommunikative Routinen zu erwerben, die flexibel an neue Situationen angepasst werden kΓΆnnen.

Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Interesses an der Verzahlung von Phraseologie und Konstruktionsgrammatik stellt sich die Frage, inwieweit Phrasemkonstruktionen im DaF-Unterricht nicht nur theoretisch beschreiben, sondern auch didaktisch nutzbar gemacht werden kΓΆnnen. Ziel these Beitrags ist es, Phrasemkonstruktionen systematisch zu definieren, ihre kognitive und pragmatiche Relevanz fΓΌr den Fremdsprachenerwerb zu begrΓΌnden und konkrete didaktische Strategien fΓΌr ihren Einsatz im Unterricht vorzuschlagen. DarΓΌber hinaus werden interlinguale Aspekte berΓΌcksichtigt, die insbesondere fΓΌr Lernende mit albanischer Erstspreche von Bedeutung sind.

II. THEORETISCHE EINORDNUNG DER PHRASEMKONSTRUKTIONEN

Phrasemkonstruktionen stellen eine spezifische Unterkategorie phraseologischer Einheiten dar, die sich im Grenzbereich zwischen Phraseologie und Syntax bewegen (Kristo/Bushi, 2024). Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sie eine teilweise fixierte syntaktische Struktur aufweisen, in die ein oder mehrere variable Slots eingebettet sind. Diese offene lexikalische Position verleht ihren einserseits FlexibilitΓ€t, anderersects bleibt die ΓΌbergeordnete phraseologische Bedeutung auch bei Variation stabil. Ein prototypisches Beispiel bildet die Struktur X ist X, die sich in Wendungen wie Kind ist Kind, Recht ist Recht oder Wie gut ist gut genug manifestiert. UnabhΓ€ngig von der lexikalischen FΓΌllung transportiert diese Konstruktion eine evaluative Funktion, die auf IdentitΓ€t, UnverΓ€nderbarkeit oder NormativitΓ€t verweist.

Andere Phrasemkonstruktionen folgen einem konditionalen Muster. So zeigt die Konstruktion wenn X, dann Y eine feststehende argumentative Logik: Wenn DAS nicht,..., Wenn dieser Krieg nicht gewesen waren... oder ironisch ΓΌbersteigert Wenn das stimmt, dann bin ich die KΓΆnig von Saba. Hier wird deutlich, dass die semantische Pointe weniger in den lexikalischen Elementen liegt, sondern in der wiedererKennbaren Struktur mit evaluativer und pragmatischer Funktion.

Auch interrogative Phrasemkonstruktionen spielene eine zentrale Rolle. Sie treten*hΓ€ufig in Form von rhetorischen Fragen auf, die nicht auf Informationsgewinn, sondern auf eine pragmaticche Wirkung abzielen: Wer, wenn nicht...?, Wer spricht dann von Geld?, Woher willst du wollen...? In diesen FΓ€lle fungiert die offene Slot-Position als ProjektensflΓΌche fΓΌr Bedeutungsnuancen, wΓ€hrend die Konstruktion selbst eineCOMMunikative Haltung kodiert -sei es Skepsis, Ironie oder VerstΓ€ndung.

DarΓΌber hinaus existieren evaluative Muster, die durch partikulΓ€re Einbettungen IntensitΓ€t und Emotion ausdrΓΌcken: Weh du machst einen Fehler! (Drohkonstruktion), Wie konntest du nur... (Vorwurfskonstruktion) oder Willst du etwas...? (implizite Kritik). Sie alle zeigen, dass Phrasemkonstruktionen ΓΌber eine hohe pragmaticische Markiertheit verfΓΌgen und damit zentrale Funktionen im kommunikativen Handeln ΓΌbernehmen.

Die internationale Forschung hat diese Phenomene unter verschiedene Bezeichnungen gefasst - constructiona idioms (Taylor, 2014), idiomatic constructions (Kay & Fillmore, 1999), Phraseoschablonen (Fleischer, 1997) oder semischematische Konstruktionen (Mellado Blanco, 2022). Dobrovol'skij (2011, 2018) hebts insbesondere hervor, dass Phrasemkonstruktionen eine eingeschrΓ€nkte ProduktivitΓ€t besitzen: sie erlauben wΓ€hrend lexikalische Variation, noch nur innerhalb typischer, von der Sprachgemeinschaft akzeptierter Muster (wie alle anderen auch, wie auch immer).

Zusammenfassend{lΓ‘sst sich festhalten,dass Phrasemkonstruktionen durch folgende Merkmale charakterisiert sind:

  1. Teilweise fixierte syntaktische Struktur mit variablen Slots,

  2. Semantische StabilitΓ€t trotz lexikalischer Variation,

  3. Evaluative, expressive oder ironische Funktion,

  4. Systematische Wiedererkennbarkeit im Diskurs,

  5. Begrenzte, aber regelhafte ProduktivitΓ€t.

These Eigenschaften erklaren, warum Phrasemkonstruktionen weder rein lexikalische Idiomene noch rein syntaktische Muster sind, sondern eine hybride Kategorie, die für die theoretische Linguistik wie auch für die Didaktik greichermaßen relevant ist.

III. DIDAKTISCHE RELEVANZ VON

PHRASEMKONSTRUKTIONEN IM DAF-UNTERRICH

Wie gezeigt, zeichnen sich Phrasemkonstruktionen durch eine enge VerknΓΌpfung von fester Struktur und lexikalischer VariabilitΓ€t aus. Genau diese Eigenschaft macht sie fΓΌr den Fremdsprachenunterricht besonders wertvoll: Sie bieten den Lernenden einerseits Orientierung durch ein wiedererkennbares Muster, andererseits Spielerum fΓΌr kreative und kontextangemessene Variation. (Bushi, 2020)

a) Cognitive Dimension

Aus kognitiv-linguistischer Sicht{lssst sich die Bedeutung von Phrasemkonstruktionen vor allem im Zusammenhang mit dem Prinzip des Chunkings erklaren (Wray, 2002). Komplexe sprachliche Einheiten werden nicht Wort fΓΌr Wort, sondern als Ganzes verarbeitet und gespeichert. Dadurch wird das ArbeitsgedΓ€chtnis entlastet, und die Sprachproduktion gewinnt an Geschwindigkeit und FlΓΌssigkeit. So konnen Lernende mit Mustern wie X ist X (Kind ist Kind, Recht ist Recht) oder konditionalen Strukturten wie Wenn DAS nicht,... auf vorgeformte Sequenzen zurΓΌckgreifen, ohne jedem Mal eine neue syntaktische Planung vornehen zu mΓΌssen. Die Konstruktion selbst stellt eine Art "AbkΓΌrzung" dar, die den Zugang zu idiomatischen Ausdrucksweisen erleichtert und die Sprachkompetenz stabilisiert.

b) Pragmatiche Dimension

DarΓΌber hinaus besitzen Phrasemkonstruktionen eine ausgeprΓΌgte kommunikativ-pragmatische Funktion. Sie ermΓΆgliches es, Haltungen, Bewertungen und Emotionen sprachlich sightbar zu machen - ein Aspekt, der im Fremdsprachenlernen oft schwerer zu erreichen ist als die reine Informationsvermittlung. Einige Beispiele verdutlichen die Bandbreite:

  • Weh du machst einen Fehler! als drohende Warnung,
  • Wie konntest du nur... als Ausdruck von Vorwurf,
  • Wer, wenn nicht...? als rhetorische VerstΓ€ndung,
  • Dann bin ich die Konigin von Saba als ironische Distanierung.

Solche Strukturern erweitern den sprachlichen Handlungsspielraum, indem sie den Lernenden erlauben, in alltΓ€tiglichen Dialogen nicht nur Inhalte, sondern auch Einstellungen zu kommunizieren. Damit leisten sie einen direkten Beitrag zur Entwicklung der pragmatischen Kompetenz, die im GER (2020) als integraler Bestandteil der kommunikativen Kompetenz hervorgoben wird.

c) Didaktische Perspektiven

Die genannten Eigenschaften legen nahe, dass Phrasemkonstruktionen im DaF-Unterricht nicht nur beilΓ€ufig erwΓ€hnt, sondern gezielt didaktisiert werden sollenten. Drei methodische Prinzipien erweisen sich bzw als besonderss geeignet:

Kontextualisierung: Phrasemkonstruktionen entfalten ihre Funktion nur in lebendigen Kontexten. Dialogue, Pressetexte oder audiovisuelle Materialien machendeutlich, welche Haltung mit einer Konstruktion verbunden ist. Beispelsweise wird Wie soll das gehen? in einem Diskurs ΓΌber unmΓΆgliche PlΓ€ne anders als in einem ironischen Kommentar.

Visualisierung: Die transparente Darstellung der offenen Slots und des festen GerΓΌsts erleichtert die Internalisierung. Schematische Darstellungen wie [X] ist [X]

Funktion: IdentitΓ€t/UnverΓ€nderbarkeit

Beispiele: Kind ist Kind - Recht ist Recht - Wie gut ist gut genug verdeutlichen die Struktur-Semantik-Kopplung auf einen Blick.

Aufgabenorientierung: Durch gezielte Übungsfomate (z. B. Lückentexte, Rollenspiele, kreative Schreibaufgaben) werden Lernende angeregt, Phrasemkonstruktionen nicht nur wiederzuerkennen, sondern aktiv einzusetzen. So kann ein Streitgesprach gezielt mit Wendungen wie Komm mir nicht mit... oder Wie soll das gehen? gestaltet werden, um die pragmaticische Funktion erfahrbar zu machen.

In der Kombination dieser ZugΓ€nge liegt das eigentliche didaktische Potenzial: Lernende erwerben Phrasemkonstruktionen nicht als isolierte Einheiten, sondern als Funktionale Werkzeuge, die im kommunikativen Handeln verankert sind.

IV. EMPIRISCHE PERSPEKTIVEN UND ERSTE

BEFUNDE AUS DEM ALBANISCHEN KONTEXT

Obwohl die theoretische und didaktische Relevanz von Phrasemkonstruktionen im vorangehenden Abschnitt Herausgearbeitet wurde, bleibt ihre empirische Erforschung im Bereich Deutsch als Fremdsprache bislang unterentwickelt. Um erste Einblicke in die Wahrnehmung und Verarbeitung dieser Konstruktionen durch albanische Lernende zugewinnen, wurde im Fruhjahr 2024 an der FakultΓ€t fΓΌr Fremdsprachen der UniversitΓ€t Tirana eine explorative Untersuchung durchgefΓΌhrt. Die Erhebung erfolgte im Rahmen eines Bachelor-Seminars der Germanistik und umfasste 30 Studierende des dritten Studienjahres. Als

Instrument diente ein schriftlicher Fragebogen mit zehn geschlossenen und fünf offeneren Fragen, die sowohl auf Einstellungen als auch auf Erfahrungen im Umgang mit Phrasemkonstruktionen abzielen. Die Befragung wurde in deutscher Sprache durchgeführt und anschließend qualitativ und quantitativ ausgewertet. Die Fragen lauteten:

  • Wie empfinden Sie den Schwierigkeitsgrad von Phrasemkonstruktionen im Vergleich zu anderen phraseologischen Einheiten?
  • Konnen Sie spontan ein Beispiel fΓΌr eine deutsche Phrasemkonstruktion nennen, die Sie im UnterrichtKennengelernt haben?
  • Halten Sie visuelle Darstellungen (z. B. Diagramme oder Comics) fΓΌr hilfreich, um Bedeutung und Struktur solcher Konstruktionen better zu verstehen?

Die Ergebnisse zeichnen ein konsistentes, wenn auch ernΓΌchterndes Bild. Ein Großteil der Befragten Γ€ußerte, dass Phrasemkonstruktionen fΓΌr sie "interessant, aber schwierig" seien. Nur eine Minderheit konnte spontan ein korrektes Beispiel anfΓΌhrten – HΓ€ufig wurde Kind ist Kind genannt, wΓ€hrend komplexere Muster kaum erinnert wurden. Besonderss deutlich zeigte sich jedoch, dass die Studierenden ein erhebliches BedΓΌrfnis nach didaktischer UnterstΓΌtzung durch Visualisierung formulierten. Zwei Drittel gaben an, dass grafische Darstellungen der Slot-Struktur oder kurze illustrative Comics den Zugang erheblich erleichtern * [ 1 ] wurden.

Die Verteilung der Antwerten auf die Frage nach der empfindenen Schwierigkeit und Nutzlichkeit von PhrasemkonstruktionenlΓ€sst sich wie folgt zusammenfassen:

Grafik 1: Wahrnehmung von Phrasemkonstruktionen

Aus der Grafik wird ersichtlich, dass die Mehrheit der Studierenden Phrasemkonstruktionen bzw positiv bewertet, zugleich aber mit Unsicherheit in der Anwendung verbindet. Diese Ambivalenz deutet daraufhin, dass der reine Kontakt mit solchen Strukturten im Unterricht nicht ausreicht, sondern ihre didaktische Aufbereitung entscheidend fΓΌr den Lernerfolg ist.

ErgÀnzend hierzu ergaben die offenen Fragen, dass viele Studierende den Unterricht als zu stark auf traditionelle Grammatik und Übersetzung fokussiert empfinden. Phraseologische Phenomene wurden, so die EinschÀtzung der Befragten, meinst nur am Rande behandelt und blieben davon für sie schwer greifbar. LehrkrÀfte bestÀtigten in begleitenden GeschÀftschen diesen Eindruck und verwiesen auf das Fehlen geeigneter Materialien in den gÀngigen Lehrwerken.

These Befunde sind bzw nicht reprΓ©sentativ, liefern jedoch erstee empirische Evidenz fur eine zentrale. These desses Beitrags: Phrasemkonstruktionen werden von Lernenden bzw als charakteristische und potenziell nutzliche Einheiten wahrgenommen, ihre Produktive Beherrschung ist jedoch ohne gezielte didaktische UnterstΓΌtzung kaum zu erwarten. Damit wird deutlich, dass kΓΌnftige Forschung nicht nur die Erwerbsprozesse im Detail untersuchen, sondern auch methodische Strategien entwickeln muss, die eine systematische Integration von Phrasemkonstruktionen in den DaFUnterricht in Albanien erhΓΆgbaren.

V. METHODISCHE ZUGANGE ZUR DIDAKTISIERUNG VON PHRASEMKONSTRUKTIONEN

Die im empirischen Teil gewonnenen Befunde verdeutlichen, dass albanische Lernende bereits ein hohes Interesse an Phrasemkonstruktionen zeigen, ihre Produktive Beherrschung jedoch durch Unsicherheit, Materialmangel und mangelnde Visualisierung gehemm wird. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, didaktische ZugÀnge zu entwickeln, die das Potenzial dieser hybriden Einheiten gezielt nutzbar machen. Im Folgenden werden drei komplementÀre AnsÀtze skizziert, die sowohl an theoretische Überlegungen als auch an die empirischen Ergebnisse anschließen: korpusbasierte Selection, multimodale Visualisierung und aufgabenorientierte Integration.

a) Korpusbasierte Selection

Die Auswahr geeigneter Phrasemkonstruktionen darf nicht auf subjektiven Entscheidungen oder bloßen Intuitionen von Lehrenden beruhen, sondern sollene sich auf empirisch abgeschichte Daten stützen. Sprachkorpora wie DWDS oder DeReKo ermâgenses, sowohl die Frenz als auch die Gebrauchsdomainen von Konstruktionen systematisch zu erfassen. Auf dieser Grundlage lassst sich bestimmen, welche Phrasemkonstruktionen in der Alltags Kommunikation tatsÀchlich relevant sind. Wie bereits Dobrovol'skij (2011) und Mellado Blanco (2022) anhand korpusgestützer Analysen zeigen konnten, gehoren Muster wie X ist X (Kind ist Kind, Recht ist Recht), adversative Wendungen wie Komm mir nicht mit... oder rhetorische Fragen wie Wer, wenn nicht... zu den am früfigsten belegten und didaktisch besondersers ergiebigen Strukturten. Ihr Einbindung in den Fremdsprachenunterricht erscheint daher besonderss Sinnvoll, da sie Lernenden ein Repertoire vermittelt, das einserseits empirisch fundiert und andererseits unmittelbarCOMMunikativeinsetzbarist.

b) Multimodale Visualisierung

Die Ergebnisse der Befragung in Tirana haben deutlich gezeigt, dass Lernende den grâßten Nutzen in der visuellen Aufbereitung von Phrasemkonstruktionen sehen. Multimodale Visualisierungen – etwa in Form von Diagrammen, Infografiken oder kurzen Comics – konnen die Schnittstelle zwischen Form und Bedeutung verdeutlichen und so die kognitive Verankierung im mentalen Lexikon erleichtern. Besonders instruktiv ist beispelssweise die Konstruktion X ist X, die semantisch fΓΌr IdentitΓ€t und UnverΓ€nderbarkeit stehen (Kind ist Kind, Recht ist Recht). Durch eine schematische Darstellung, in der beiden Slots [X] und [X] gleich besetzt werden, wird Lernenden einzeln einschließlich, dass derCOMMunikative Effekt nicht auf inhaltlicher, sondern auf formelhafter Wiederholung beruht. Eine begleitende Illustration - etwa eine einfache Zeichnung von spielenden Kindern zu Kind ist Kind - kann diese Funktion zusammen visuell verankern und die pragmatiche Bedeutung ("Kinder verhalten sich nun einmal wie Kinder") intuitiv erfahrbar machen.

Kindist Kind

Abbildung 1: Eigene Illustration (KI-gestΓΌtzt).

Ein weiteres Beispiel ist das adversative Muster Komm mir nicht mit..., das im Deutschen*hΓ€ufig zur Abwehr von Argumenten oder Erwartungen genutzt wird. Hier kΓΆnnte eine Infografik die feste Komponente (Komm mir nicht mit...) vom offenen Slot (z. B. Ausreden, Theorien, Kleinigkeiten) trennen und so die Produktive VariationsmΓΆglichkeit veranschaulichen.

Durch solche multimodalen Darstellungen erkennen Lernende auf einen Blick, welche Elemente feststehen und wo Variation mΓΆglich ist. Zudem erΓΆffnend digitale Tools wie interaktivive Whiteboards, Quiz-Apps oder E-Learning-Plattformen neue MΓΆglichkeiten, Visualisierungen dynamisch einzusetzen, Lernprozesse zu personalisieren und die Motivation der Studierenden nachhaltig zu steigern.

c) Aufgabenorientierte Integration

Die korpusbasierte Auswahr und multimodale Visualisierung entfalten ihr volles didaktisches Potenzial nur dann, wenn sie durch handlungsorientierte Aufgabenformate ergΓ€nzt werden. Entscheidend ist, dass Lernende nicht bei der rezeptiven Wahrnehmung stehen bleiben, sondern aktiv in die Produktion von Phrasemkonstruktionen einbezogen werden. HierfΓΌr bieten sich verschiedene methodische Szenarien an:

So konnen LΓΌckentexte eingesetzt werden, um die kontrollierte Besetzung der Slots zu ΓΌber (z. B. "ist" β†’ Kind ist Kind). Rollenspiele hingegen ermΓΆglich den spontanen Einsatz pragmatisch markierter Wendungen, etwa in konfektiven GeschΓ€ftssituationen (Komm mir nicht mit Ausreden!). Auch kreative Schreibaufgaben haben sich als wirksam erwiesen, da sie Lernende anregen, Konstruktionen in eigene kurze Texte einzubetten. Schließlich tragien kontrastive Übungen dazu bei, Parallelen und Divergenzen zwischen dem Deutschen und dem Albanischen sightbar zu machen, etwa bei Formeln wie Wie gewonnen, so zerronnen ↔ Si fitoi, ashtu humbi.

Durch die Kombination dieser Formate wird gewΓ€hrleistet, dass Phrasemkonstruktionen nicht nur als feste sprachliche Muster erkannt, sondern auch Produktiv in den individuellen Ausdruck der Lernenden integriert werden.

d) Zwischenfazit

These drei methodischen ZugÀnge bilden ein sich ergÀnzendes Instrumentarium, das auf die im empirischen Teil identifizierten Bedürfnisse reagiert. Wahrend die korpusbasierte Selection für Relevanz und AuthenticitÀt sorgt, gewÀhrleistet die multimodale Visualisierung VerstÀndlichkeit und cognitive Verankerung. Die aufgabenorientierte Integration schließlich macht den entscheidenden Schritt von der Theorie zur Praxis, indem sie Lernenden mâglich, Phrasemkonstruktien in realitÀtsnahen Situationen einzusetzen. Damit erâffnet sich für den DaF-Unterricht in Albanien die Chance, phraseologische Kompetenz nicht nur punktuell, sondern systematisch und nachhaltig aufzubauen.

VI. DIDAKTISCHE INNOVATIONEN: PHRASEMKONSTRUKTIONEN ALS BRÜCKE ZWISCHEN SPRACHBEWUSSTHEIT UND SPRACHPRODUktion

Die in den vorangehenden Abschnittendargestelltens theoretischen, didaktischen und empirischen Überlegungen machen deutlich, dass Phrasemkonstruktionen nicht allein als zusΓ€tzliche phraseologische Einheiten in den DaF-Unterricht integriert werden sollenen, sondern dass sie einen innovativen Ansatzpunkt fΓΌr die FΓΆrderung sprachlicher Handlungskompetenz bieten. Ihr besonderer Wert liegt darin, dass sie Lernenden ermΓΆglich, zugleich ein vertieftes Bewusstsein fΓΌr sprachliche Strukturen zu entwickeln und diese in authentischer Kommunikation produktiv einzusetzen. Die hybride Natur von Phrasemkonstruktionen – teils feste Struktur, teils offene VariabilitΓ€t – erΓΆffnet ein Spanningsfeld zwischen Analyse und Handeln, das im Unterricht didaktisch fruchtbar gemacht werden kann. Einerseits fΓΌhrt die explizite Auseinandersetzung mit Slots, festen Elementen und pragmaticen Funktionen zu einer gesteigerten Sprachbewusstheit: Lernende erkennen, welche lexikalischen Besetzungen idiomatisch akzeptabel sind (Kind ist Kind, Recht ist Recht, Wie gut ist gut genug), und wo Abweichungen unnatΓΌrlich wollen wurden. Anderersects erΓΆffnet die PRODUCTive Arbeit mit solchen Mustern – seis es in Rollenspielen, Schreibaufgaben oder spontanen Dialogen – konkrechte Mochlkeiten, sprachliche Routinen in der Praxis zu verankern.

DarΓΌber hinaus verfΓΌgen Phrasemkonstruktionen ΓΌber ein hohes Potenzial zur Entwicklung kommunikativer Strategien. Wer ein Muster wie Komm mir nicht mit... beherrscht, kannCOMMunikative LΓΌcken flexibel schlieben, indem er es je nach Kontext mit verschiedene den Slot-FΓΌllungen verbindet (Komm mir nicht mit Ausreden!, Komm mir nicht mit solchen GeschΓ€fts)!). Damit wird Sprache nicht nur als System, sondern als Handlungsressource erfahrbar.

Ein weiterer innovativer Aspekt betrifft die interkulturelle Sensibilisierung. Viele Phrasemkonstruktionen transportieren kulturspezifische Bewertungen und pragmatische Implikaturen. Im Vergleich zwischen Deutsch und Albanisch wird deutlich, dass Strukturen wie 'Wie gewonnen, so zerronnen' und 'Si erdhi, ashtu shkoj' strukturell Γ€hnlich sind, aber in entsprechenden kulturellen Kontexten unterschiedliche Konnotationen tragen. Die Thematisierung solcher Unterschiede im Unterricht fΓΌhrt nicht nur zu sprachlicher PrΓ€zision, sondern auch zu einem tieferen VerstΓ€ndnis kultureller Perspektiven – ein zentrales Bildungsziel des heutigen Fremdsprachenlernens.

Nicht zuletzt erâffnet der Einsatz von digitalen Medien neue Dimensionen für die Didaktisierung. Lernplattformen, Quiz-Apps oder Gamification-AnsÀtze kânnen die Arbeit mit Phrasemkonstruktionen interaktiv und individuell gestalten. So kânnen Lernende beispiselsweise Slot-Füllungen in digitalen Übungen kombinieren, in virtuellen Dialogen Rückmeldungen erhalten oder in kollaborativen Schreibprojekten neue Konstruktionen ausprobieren. Erste Erfahrungen aus Pilotprojekten an der UniversitÀt Tirana im Jahr 2024 haben gezeigt, dass Studierende die visuelle und Spielerische Aufbereitung alsalanders hilfreich empfinden, da sie einechnelle Erfassung der Struktur-Semantik-Kopplung erlaubt und zugleich die Motivation erhâht.

Zusammenfassend{lsst sich festhalten,dass Phrasemkonstruktionen eine didaktische BrΓΌcke bilden: Sie verbind die analytische Dimension des Sprachlernens mit der performativen Dimension des Sprachgebrauchs. Indem sie Lernenden sowohl ein Werkzeug zur Reflexion als auch zur spontanen Kommunikation bieten, leisten sie einen Beitrag zu einem ganzheitlichen Fremdsprachenunterricht, der cognitive, pragmaticale und interkulturelle Kompetenzen gleichermaBen fordert.

VII. VERGLEICHENDE UND INTERLINGUALE DIMENSION: DEUTSCH-ALBANISCH

Die bisherige Analyse hat verdeutlicht, dass Phrasemkonstruktionen nicht nur aus kognitivpragmatischer Sichte eine besondere Bedeutung haben, sondern dass auch ihre interlinguale Dimension fΓΌr den Fremdsprachenunterricht ausschlaggebend ist. Da Lernende neue sprachliche Strukturten in der Regel in Relation zu ihrer Erstsprache interpretieren, bietet gerade die kontrastive Perspektive eine wertvolle MΓΆglichkeit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede bewusst zu machen und Produktiv zu nutzen.

Im Falle des Deutschen und Albanischen zeigt sich, dass zahlreiche Phrasemkonstruktionen strukturell und semantisch Γ€quivalente Entsprechungen aufweisen. So entspricht Kind ist Kind unmittelbar dem albanischen FΓ«mija Γ©shte fΓ©mijΓ«, wΓ€hrend Recht ist Recht mit E drejta Γ©shte e drejte und Wie gewonnen, so zerronnen mit Si erdhi, ashtu shkoi ΓΌbersetzt werden kann. Diese Parallelen erleichtern den Lernenden den Zugang erheblich, da sie an vertraute Muster aus der Erstsprache anknΓΌpfen konnen und so einen positiven Transfer erleben.

Gleichzeitig treten deutliche semantische und pragmatice Divergenzen zutage. Konstruktionen wie Das ist zum VerrΓΌcktwerden haben im Albanischen keine feste, etablierte Phrasemkonstruktion als Γ„quivalent, sondern werden idiomatisch frei wiedergegeben (TΓΆgmend fare!). Ahnliches gilt fΓΌr Komm mir nicht mit Ausreden!, das wΓ€hrend sinngemÀß mit Mos me dil me justifikime! ΓΌbertragen werden kann, im Albanischen jedoch nicht den Status einer festen Konstruktion besitzt. Solche Unterschiede verdeutlichen, dass 1:1-Übertragungen nicht immer mΓΆglich sind und dass Lernende fΓΌr die pragmatice Funktion einer Konstruktion sensibilisiert werden mΓΌssen, auch wenn die formale Struktur in der Erstsprache feht.

In der Unterrichtspraxis lΓ€sst sich hieraus mehrere Beobachtungen ableiten. Studierende in Albanien neigen dazu, deutsche Phrasemkonstruktionen entweder wΓΆrtlich ins Albanische zu ΓΌbertragen, auch wenn diese Dort unidiomatisch wirken * W den, oder umgekehrt idiomatische Wendungen der Erstsprache unreflektiert ins Deutsche zu ΓΌbertragen. Besonderss problematisch sind darauf evaluative und ironische Funktionen, da diese * W figt stark kulturgebunden sind und in der Zielsprache andere Konventionen folgen.

Das didaktische Potenzial der kontrastiven Arbeit liegt davon nicht nur in der Fârderung des positiven Transfers, sondern ebenso in der Reduktion von Interferenzfehlern und der StÀrkung interkultureller Kompetenz. Indem Lernende erkennen, dass Wie gewonnen, so zerronn den und Si erdhi, ashtu shkoi zwarendenselben Gedanken ausdrücken, aber in leicht entsprechlicher Bildhaftigkeit, entwickeln sie ein Bewusstsein für die kulturelle Einbettung sprachlicher Routinen. In gleicher Weise konnen sie verstehen, warum ironische Übertreibungen wie Dann bin ich die Kânig von Saba im Albanischen nicht ohne Weiteres übernommen werden konnen, sondern eine funktionale Umschreibung erfordern.

FΓΌr den DaF-Unterricht in Albanien ergibt sich darauf die Notwendigkeit einer systematischen kontrastiven Didaktisierung. Diese solle einsersects die bestehenden strukturellen Γ„quivalenzen gezielt nutzen, um Lernenden Sicherheit zu vermitteln, und andererseits die Divergenzen thematisieren, um metasprachliches Bewusstsein und interkulturelle SensibilitΓ€t zu fΓΆrdern. Auf diese Weise kΓΆnnen Phrasemkonstruktionen nicht nur als sprachliche Formen, sondern auch als Spiegel kultureller Denk- und Bewertungsmuster erfolbar gemacht werden.

VIII. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK

Die vorliegende Untersuchung hat gezeigt, dass Phrasemkonstruktionen eine bispang unterschΓ€tzte, zugleich aber hoch relevante Einheitengruppe innerhalb der Phraseodidaktik darstellen. Sie bewegen sich im Grenzbereich zwischen Phraseologie und Konstruktionsgrammatik und zeichnen sich durch eine doppelte Natur aus: einsersects durch ihre feste syntaktische Struktur, anderersects durch ihre lexikalische Offenheit. Diese Eigenschaften verleihen ihren ein besonderes didaktisches Potenzial, das im Fremdsprachenunterricht systematisch genutzt werden sollte.

FΓΌr den Unterricht Deutschland als Fremdsprache in Albanien ergeben sich darauf mehrere zentrale Schlussfolgerungen. Erstens bieten Phrasemkonstruktionen Lernenden die MΓΆglichkeit,COMMunikative Routinen zu internalisieren, die sowohl flexibel als auch idiomatisch einsetzbar sind. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Forderung der phraseologischen Kompetenz als Teil der kommunikativen Kompetenz. Zweitens erfordert ihre erfolgreiche Didaktisierung den Einsatz von multimodalen Visualisierungen und authentischen Kontexten, die die Struktur-Semantik-Kopplung verdeutlichen und die pragmaticische Funktion transparent machen. Drittens kommt der interlingualen Dimension besondere Bedeutung zu: Der Vergleich mit dem Albanischen zeigt, dass einerseits zahlreiche Strukturen kein ΓΌbertragbar sind, andererseits jedoch divergente Muster existieren, die als Lernanlass genutzt werden konnen und so zu einer Sensibilisierung fΓΌr sprachliche und kulturelle Unterschiede beitragen.

Die empirische Pilotstudie an der UniversitÀt Tirana hat verdeutlicht, dass Lernende Phrasemkonstruktionen bereits als charakteristisch und interressant wahrnehmen, zugleich jedoch Unsicherheit bei denen Produkter Anwendung empfinden. Besonderss betont wurde der Bedarf an visueller Unterstützung sowie an gezielten Materialien, die über traditionelle Grammatik- und ÜbersetzungssansÀtze hinausgehen. Diese Befunde unterstreichen, dass die Integration von Phrasemkonstruktionen in den DaFUnterricht nicht nur wünschenswert, sondern notwendig ist, um den Lernenden ein realitÀtsnahes, idiomatisches und kulturell reflektiertes Sprachhandeln zu ermâgenlich.

Für die zukünftige Forschung und Praxis ergeben sich drei zentrale Perspektiven. Erstens sollten empirische Studien mit grâßeren und differenzierten Lernergruppen durchgeführt werden, um Erwerbsprozesse, interlinguale Einflüsse und methodische Wirksamkeit systematisch zu erfassen. Zweitens ist die Entwicklung von Lehrmaterialien erforderlich, die Phrasemkonstruktionen explizit berücksichtigigen, visuell aufbereiten und in handlungsortierte Aufgabenformate einbinden. Drittens gilt es, digitale Innovationen stÀrker einzubeziehen: E-Learning-Plattformen, Gamification-AnsÀtze und KI-gestützte Lernumgebungen bieten vielfÀltige Mâglichkeit, um die Vermittlung interaktiv und nachhaltig zu gestalten.

Zusammenfassend{lsst sich festhalten,dass Phrasemkonstruktionene didaktische BrΓΌcke zwischen Sprachbewusstheit und Sprachproduktion darstellen. Sie ermΓΆgliches es, sprachliche Strukturenz zu reflektieren und zugleich in authentischen kommunikativen Situationen produktiv anzuwenden. Ihr systematische Integration in den DaF-Unterricht in Albanien erΓΆffnet nicht nur neue Wege fur die Forderung phraseologischer Kompetenz, sondern tragt auch zu einer umfassenderen interkulturellen Bildung bei. Damit leisten Phrasemkonstruktionen einen doppelten Beitrag: Sie erweitern die theoretische Fundierung der Phraseodidaktik und erΓΆffnen zugleich konkrete Perspektiven fur eine innovative und zukunftsorientierte Fremdsprachenvermittlung.

LITERATURVERZEICHNIS

References

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How to Cite This Article

Prof. Kristo, Prof. Bushi. 2026. "Teaching Phrasal Constructions in German as a Foreign Language Classes". Global Journal of Human-Social Science - G: Linguistics & Education GJHSS-G Volume 25 (GJHSS Volume 25 Issue G6).

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Journal Specifications

Crossref Journal DOI 10.17406/GJHSS

Print ISSN 0975-587X

e-ISSN 2249-460X

Keywords
Classification
GJHSS-G Classification LCC Code: PF3001-3991
Version of record

v1.2

Issue date
September 19, 2025

Language
German
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Teaching Phrasal Constructions in German as a Foreign Language Classes

Prof. Kristo
Prof. Kristo University of Tirana
Prof. Bushi
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